Wilhelm Sandmann, Ehrenmitglied im Präsidium des BDZV verstorben

Wilhelm Sandmann, Ehrenmitglied im Präsidium des BDZV sowie ehemaliger Vorsitzender der Geschäftsführung und ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender der Verlagsgesellschaft Madsack ist im Alter von 85 Jahren wenige Tage nach seinem Geburtstag am 13. März 2018 verstorben. Nach dem Besuch des Abendgymnasiums studierte der am 7. Februar 1933 in Münster geborene Schriftsetzer Wilhelm Sandmann Betriebswirtschaft und Volkswirtschaftslehre und war vor seiner Tätigkeit im Hannoverschen Verlag bei der Axel Springer Verlag AG in Hamburg und als Betriebsleiter Technik in Berlin tätig. 1970 kam er zur Verlagsgesellschaft Madsack nach Hannover. 1975 wurde Sandmann Mitglied der Geschäftsführung, von 1984 bis 1995 war er deren Vorsitzender und Verleger der „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ und der „Neue Presse“. Im Zuge der Deutschen Einheit wurde unter Führung von Wilhelm Sandmann eine Beteiligung der Verlagsgesellschaft Madsack an der Leipziger Verlags- und Druckerei GmbH & Co. KG begründet. Am 1. Juli 1995 wechselte Wilhelm Sandmann in den Vorsitz des Aufsichtsrates. Am 29. Juni 2006 hat Wilhelm Sandmann seine Ämter als Vorsitzender des Aufsichtsrates und der Gesellschafterversammlung niedergelegt.

Wilhelm Sandmann war eine große Verlegerpersönlichkeit, die wusste, dass es dem eigenen Haus nur dann gut gehen kann, wenn die Rahmenbedingungen für die ganze Branche stimmen. So engagierte er sich lange Jahre im Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V. Von 1984 bis 1992 war er Vizepräsident und von 1992 bis 2000 Präsident des BDZV. Sein fachlicher Rat wurde von den Kollegen gesucht und hoch geschätzt. Als Ausdruck dieser Wertschätzung hat der Bundesverband Wilhelm Sandmann im Jahr 2000 zum Ehrenmitglied im Präsidium des BDZV gemacht.

 

Man wird der Person Wilhelm Sandmann jedoch nicht gerecht, wenn man den ausgewiesenen Kunstkenner und -freund ausschließlich als Verlegerpersönlichkeit sieht. Dass er mehr war als nur ein Zeitungsmann, zeigt sich z.B. in seinem Engagement für den hannoverschen Kunstverein Kestner-Gesellschaft, deren Vorsitzender er von 1995 bis 2004 war. Aber auch dem sportlichen und wissenschaftlich-medizinischen Bereich galt sein Interesse. So war er Mitglied des Aufsichtsrates des Hannoverschen Rennvereins und stellv. Vorsitzender des Senats der Internationalen Stiftung Neurobionik, die Forschungsvorhaben und Projekte zu biologisch-technischen Verfahren zur Behandlung oder Wiederherstellung gestörter Funktionen des Nervensystems unterstützt.

 

Der Verband Nordwestdeutscher Zeitungsverlage e. V. kondoliert den Angehörigen aufrichtig.