Verleger Manfred Adrian verstorben

 Am vergangenen Donnerstag ist Verleger und Herausgeber Dipl.-Volksw. Manfred Adrian kurz nach seinem 83. Geburtstag plötzlich und unerwartet gestorben.

Über 50 Jahre lang waren die Brune Druck- und Verlags-GmbH und – nach der Fusion 1999 mit der C.L. Mettcker & Söhne Vertriebs- und Verlagsgesellschaft mbH (Jever) – der Brune-Mettcker-Verlag, seine berufliche Heimat: Der Verlag, seine Zeitung, vor allem aber auch das Druckhaus wurden von seinem unternehmerischen Geschick und seinem umfassenden technischen Verständnis geprägt. Sich abzeichnende Veränderungen in der Branche begriff Manfred Adrian als Herausforderungen, die es zu meistern galt – und zwar mit höchstem persönlichen Einsatz. Der gebürtige Wilhelmshavener absolvierte nach seinem Abitur eine kaufmännische Lehre im Verlagshaus Brune, besuchte die Werbefachschule in Hamburg, arbeitete beim Springer-Verlag und studierte in Göttingen Volkswirtschaftslehre. WZ-Verleger Werner Brune war Manfred Adrian schon als Schüler aufgefallen, als der für das Haus Botendienste erledigte, um sein Taschengeld aufzubessern. Brune wurde für Adrian zu einer Art Vaterfigur. 1967 holte er den frisch gebackenen Diplom-Volkswirt in die Geschäftsführung des Unternehmens.

Im Brune-Mettcker-Verlag bildete Adrian zusammen mit Elisabeth und Hajo Allmers sowie später mit Robert Allmers die Geschäftsführung des Gemeinschaftsunternehmens. Er verantwortete auch die Herausgabe für die Tageszeitungen „Jeversches Wochenblatt“ und „Anzeiger für Harlingerland“.

Manfred Adrian hat sich vielfältig engagiert. Für sein „herausragendes sozialpolitisches Engagement“ wurde er 2006 vom Bundesverband Druck und Medien e.V. (BVDM) mit dem Rudolf-Ullstein-Ring ausgezeichnet. Adrian war unter anderem 16 Jahre BVDM-Vizepräsident, vier Jahre Vorsitzender des Sozialpolitischen Ausschusses und tarifpolitischer Verhandlungsführer der Arbeitgeber auf Bundesebene. Herr Adrian war von 1993 bis 2001 Mitglied im Gesamtvorstand des VNZV und zeitgleich auch stellvertretender VNZV-Delegierter in der BDZV-Delegierten-versammlung.

Als Verantwortlicher in mehreren Stiftungen und als WZ-Verleger förderte er soziale und kulturelle Einrichtungen und Projekte. Das Theater lag ihm am Herzen. Auch für den Sport hatte der ehemalige Leistungs-Ruderer und passionierte Segler immer ein offenes Ohr.

Manfred Adrian war stets gut vernetzt. Seine zahlreichen Kontakte und freundschaftlichen Verbindungen zu Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Kultur lagen ihm immer sehr am Herzen und waren auf sein vielfältiges Engagement zurückzuführen. 1993 wurde er mit dem Großen Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens und 2011 mit dem Ehrenschild der Stadt Wilhelmshaven und des Clubs zu Wilhelmshaven ausgezeichnet. Maßgeblichen Anteil an seinem unermüdlichen Wirken hatte seine 2015 verstorbene Frau Freuke, deren Tod er nie ganz überwunden hat.

Manfred Adrian hinterlässt eine Tochter, Dr. Anna Adrian.

Der Verband Nordwestdeutscher Zeitungsverlage e. V. kondoliert den Angehörigen aufrichtig.